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Microsofts neuer Copilot: Home, Code und Autopilot verständlich erklärt

Microsoft bündelt Chat, Office, App-Bau und dauerhaft laufende KI-Agenten. Was Home, Code und Autopilot bringen und was davon noch Vorschau ist.

Microsofts neuer Copilot: Home, Code und Autopilot verständlich erklärt

Microsoft baut Copilot gerade ziemlich um. Aus dem Chatfenster soll eine Arbeitsumgebung werden, in der du Fragen stellst, Dokumente bearbeitest, Aufgaben abgibst, kleine Anwendungen baust und längere Arbeiten an einen KI-Agenten übergibst.

Die neuen Bausteine heißen Home, Code und Autopilot. Dazu kommt „Office in Copilot“, mit dem du Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien direkt in Copilot bearbeitest. Fertig für alle ist das Paket allerdings noch nicht, mehrere Funktionen starten zunächst in Vorschauprogrammen. Für Home-Office, Selbstständige und kleine Büros lohnt sich der Blick trotzdem, weil er zeigt, wohin persönliche KI gerade geht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Home wird die neue Startseite für Chat und abgegebene Aufgaben.
  • Office in Copilot erstellt und bearbeitet echte Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien.
  • Code baut auf Zuruf kleine Anwendungen, Übersichten und Automatisierungen.
  • Autopilot ist der neue Name für Microsoft Scout und arbeitet dauerhaft im Hintergrund.
  • Today soll später Mails, Kalender, Teams, Besprechungen und Aufgaben zu einer Tagesübersicht verbinden.
  • Vieles davon gibt es zunächst nur im Frontier-Programm oder in einer privaten Vorschau.

Home: ein gemeinsamer Startpunkt

In Home führt Microsoft zwei bisher getrennte Arbeitsweisen zusammen. Der Chat ist für schnelle Fragen, Zusammenfassungen und Entwürfe gedacht, Cowork für größere Aufträge mit mehreren Schritten, etwa eine Kundenübersicht oder ein komplettes Briefing.

Mit Office in Copilot musst du einen Text nicht mehr aus dem Chat kopieren und in Word nachbearbeiten. Copilot erzeugt direkt ein Dokument, eine Tabelle oder eine Präsentation, an der andere mitarbeiten können. Wenn Entwurf, Datei und Zusammenarbeit an einem Ort bleiben, geht weniger verloren. Ob das im Alltag zuverlässig klappt, will ich mir genauer ansehen, sobald es bei mir freigeschaltet ist.

Code: kleine Lösungen ohne Programmieren

Mit Code beschreibst du in normaler Sprache, was du brauchst, etwa eine Übersicht über laufende Aufträge, einen einfachen Rechner, ein kleines Formular oder eine Automatisierung für einen wiederkehrenden Ablauf. Laut Microsoft wählt Copilot dann selbst die passende technische Umsetzung. Die Technik dahinter stammt aus dem Umfeld von GitHub Copilot, ausgeführt wird alles in einer abgeschotteten Umgebung.

Für kleine Betriebe ist das reizvoll, weil viele Alltagsprobleme zu speziell für eine fertige App und zu klein für ein eigenes Softwareprojekt sind. Richtig oder sicher ist eine KI-gebaute Anwendung deshalb aber noch lange nicht. Berechnungen, Zugriffsrechte und Datenwege musst du prüfen, auch wenn der Knopf noch so freundlich aussieht.

Autopilot: Scout bekommt einen neuen Namen

Autopilot hieß bisher Microsoft Scout. Der Agent arbeitet über längere Zeit an einem Ziel, ohne auf jede einzelne Eingabe zu warten. Microsoft beschreibt ihn als digitalen Teamkollegen mit eigener Identität, eigenem Gedächtnis, eigenem Computer und eigenem Arbeitsbereich in Microsoft 365.

Er kann zum Beispiel offene Vorgänge beobachten, an fehlende Rückmeldungen erinnern, wiederkehrende Aufgaben erledigen, Termine vorbereiten und ein Projekt nach ein paar Tagen wieder aufnehmen. Hier wird der Unterschied zwischen Chatbot und Agent greifbar: Der eine wartet auf dich, der andere behält einen Auftrag im Kopf.

Damit steigen aber auch die Anforderungen. Wer dauerhaft Mails, Termine, Dateien und Teams-Unterhaltungen auswerten darf, braucht klare Rechte, ein nachvollziehbares Protokoll und feste Grenzen. Meine Grundregel dafür: Lesen und vorbereiten darf leichter sein als versenden, ändern oder löschen. Mehr dazu steht in meiner früheren Einordnung zu Scout.

Was davon gibt es schon?

Microsoft startet gestaffelt:

Funktion Angekündigter Stand
Home zunächst im Frontier-Programm, in den kommenden Wochen
Code Frontier-Start Ende September, breiter in den Wochen danach
Autopilot private Vorschau ab Ende September
Today private Vorschau im Oktober
@Copilot in Teams private Vorschau bis Ende September

Für Microsoft 365 Premium und Pro soll Code später im Jahr als Vorschau folgen. Wenn du Copilot schon nutzt, schau am besten in deinem Konto nach, was schon freigeschaltet ist. Produktvideos sind dem eigenen Menü gern ein paar Monate voraus.

Die Kosten werden wichtiger

Microsoft trennt künftig stärker zwischen alltäglicher KI-Nutzung und länger laufender Agentenarbeit. Antworten, Entwürfe und Zusammenfassungen bleiben im Abo, Cowork, Code und Autopilot sollen teilweise nach Verbrauch abgerechnet werden.

Ein Agent, der im Hintergrund viele Schritte macht, verbraucht schnell mehr Rechenleistung als eine einzelne Frage. Bevor du ihn arbeiten lässt, solltest du deshalb wissen, welche Aufgaben Kosten auslösen dürfen, ob es ein Budget gibt, ob du siehst, welcher Auftrag was gekostet hat, und ob du den Agenten jederzeit anhalten kannst. Arbeit sparen soll er schließlich, und nicht nebenbei ein rätselhaftes Zusatzabo anlegen.

So bereitest du dich vor

Auf jede Vorschau aufspringen musst du nicht. Mehr bringt es, einen konkreten Ablauf vorzubereiten:

  1. Eine wiederkehrende Aufgabe auswählen, etwa die Wochenübersicht oder die Vorbereitung von Terminen.
  2. Nur die Konten und Ordner freigeben, die diese Aufgabe braucht.
  3. Mails, Termine und Änderungen zunächst nur vorbereiten lassen.
  4. Zahlen, Namen, Fristen und Zugriffsrechte selbst prüfen.
  5. Bei länger laufenden Agenten ein kleines Budget und eine klare Stopp-Regel setzen.
  6. Erst erweitern, wenn der erste Ablauf zuverlässig hilft.

Wer jetzt mit einer kleinen, klar abgegrenzten Aufgabe anfängt, ist besser aufgestellt als jemand, der später einfach alle Schalter umlegt.

Quelle: Microsoft, „Introducing the new Copilot with Home, Code and Autopilot“

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Markus Wolff
Markus Wolff
Gründer KIMAWO