KI hilft erst dann richtig, wenn sie den passenden Kontext lesen kann. Zu Hause fängt das mit ein paar ordentlich abgelegten Dateien an.

Im Video von Greg Isenberg steht ein Satz, auf den die ganze Serie zuläuft: Unternehmen müssen für Agenten lesbar werden. Für dich zu Hause gilt dasselbe, nur in klein.
Eine KI, die jedes Mal ohne Vorwissen startet, bleibt ein sehr redegewandter Praktikant in einem dunklen Raum. Sie braucht Kontext, also Dateien, Regeln, Beispiele, Ziele, frühere Entscheidungen und Grenzen. Erst damit wird aus ihr ein Assistent, der zu deiner Arbeit passt.
Kontext ist alles, was der KI hilft, eine Aufgabe richtig zu verstehen. Dazu zählen Hintergrundinfos, Dokumente, Notizen, Mails, dein Kalender, Aufgabenlisten, Beispiele für deinen Stil, Checklisten und genauso die Dinge, die sie nicht anfassen soll.
Das klingt nach viel Arbeit. Du musst aber nicht alles auf einmal aufbauen. Ein gutes Kontextsystem fängt klein an und wächst mit den Aufgaben, die bei dir anfallen.
Das Video beschreibt sinngemäß einen Kreislauf: Informationen sammeln, das Wichtige herausfiltern, ablegen, von Agenten nutzen lassen und die Erfahrungen zurückführen. In Unternehmen wird daraus ein großes System, zu Hause reicht eine einfache Fassung.
Nimm die Wochenplanung. Am Montag sammelst du Termine, offene Aufgaben, wichtige Mails und private Verpflichtungen. Du entscheidest, was diese Woche zählt, und legst eine kurze Übersicht ab. Die KI macht daraus einen Plan mit Prioritäten und einer Liste, was vorzubereiten ist. Am Freitag notierst du, was geholfen hat und was gefehlt hat. Nach ein paar Wochen muss die KI nicht mehr raten, wie eine gute Woche für dich aussieht.
Am einfachsten startest du mit einem Ordner oder einem Notizbereich und ein paar Dateien:
Arbeitsweise.mdWichtige Projekte.mdVorlagen.mdEntscheidungen.mdNicht in KI geben.mdTechnisch muss daran nichts sein, die Dateien sollen nur gut lesbar sein. In Arbeitsweise.md steht zum Beispiel, wie du gern schreibst, für wen, welche Aufgaben häufig vorkommen und was du nicht magst. Das spart dir, es jedes Mal neu zu erklären.
Einzelne Prompts verschwinden schnell im Chatverlauf. Wiederverwendbare Vorlagen halten länger, etwa „Termin vorbereiten“, „Dokument zusammenfassen“, „Mail beantworten“ oder „Angebot prüfen“. Jede davon enthält Ziel, Ausgangsmaterial, gewünschtes Ergebnis, Format, Prüfpunkte und Grenzen. So entsteht nach und nach ein kleines Betriebssystem für deine wiederkehrende Arbeit.
Regeln sagen der KI, was sie tun soll. Ein gutes Beispiel zeigt ihr, wie es aussehen soll, und das sagt oft mehr als zehn Anweisungen. Leg dir für jede wichtige Aufgabe ein bis drei Beispiele dazu, etwa einen gelungenen Text, ein sauberes Protokoll oder eine Mail, die genau richtig klang. Gerade bei Ton, Länge und Aufbau merkst du den Unterschied sofort.
Datenschutz ist kein Kapitel, das irgendwann später kommt. Deine KI sollte von Anfang an wissen, welche Daten nie in externe Tools gehören, welche Dokumente privat sind und wo sie erst fragen muss, bevor etwas rausgeht.
Schreib diese Regeln auf. Das hat wenig mit Misstrauen zu tun, klare Grenzen machen die Nutzung eher entspannter. Ein Satz wie dieser kann schon viel bewirken:
Bei Gesundheit, Recht und Geld nur sortieren und Fragen vorbereiten. Keine abschließenden Empfehlungen. Quellen und Unsicherheiten immer nennen.
Der wichtigste Teil wird am häufigsten vergessen. Wenn ein Ergebnis gut war, halt fest, warum. Wenn es schlecht war, genauso. Zum Beispiel: „Diese Gliederung für Kundenmails wiederverwenden.“ Oder: „Zusammenfassungen künftig mit den offenen Fragen beginnen.“
Mit jeder solchen Notiz werden deine Vorlagen und Regeln ein Stück besser. Im nächsten Teil setzen wir das alles in einen konkreten 30-Tage-Plan um.
Weiterlesen: Teil 2: Vom Prompt zum Agentenmanager, Teil 4: Der 30-Tage-Plan, Persönliche KI-Agenten im Überblick.
Quelle: Greg Isenberg, „Become AI Native in less than 60 mins“
Vier persönliche KI-Agenten im Vergleich: wie du sie einrichtest, worauf sie zugreifen und was sie kosten.
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